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Anleitungen
einfaches Kleid Variante 2
Eine andere Variante eines schlichten Basiskleid mit Taille
und schmalen Ärmeln. Das Kleid braucht etwas Zeit beim Schnitt anpassen,
allerdings sitzt es doch recht gut.
Historisch:
Dieser Schnitt ist historisch in keiner Weise belegt, er ist also für
eine historische Darstellung nicht geeignet.
Material:
Für das Kleid eignen sich Baumwolle, Leinen, Wolle oder
andere, nicht zu dünne oder dicke Stoffe. Dehnbare Stoffe sind nicht
geeignet. Bei Stoffen mit einer Strichrichtung (z.B. Samt) muss das Schnittmuster
so angepasst werden, dass der Strich immer in dieselbe Richtung läuft.
Materialverbrauch:
Ja nachdem, wie lang das Kleid sein soll, braucht man entsprechend
Material. Den Verbrauch kann man am besten folgendermaßen berechnen:
Länge des späteren Kleides+ 5cm x1,5 +50cm für die Ärmel.
Man kann natürlich noch Keile einsetzen für mehr Weite. Dann
braucht man entsprechend auch mehr Material.Zum Thema Keile siehe hier
Allerdings kann mit dem Kleid nicht jede beliebige Saumweite erreicht
werden (maximal etwa 4m). Wenn alle Weite nur aus den Seitennähten
kommt, fällt es irgendwann einfach nicht mehr schön.
Für Samt und andere Stoffe mit Strichrichtung braucht man deutlich
mehr Stoff.
Zuschneiden:
Zum zuschneiden braucht man zunächst die folgenden Maße:
Spätere Länge des Kleides
Oberweite
Taille bzw. Bauch
Oberarmumfang
Ärmellänge
Rückenlänge von Nacken bis Taille
Rückenbreite von Achsel bis Achsel (wichtig bei viel Oberweite)
Die Maße sollten locker am Körper genommen werden. Für
die Länge bietet es sich an, das Maß im Rücken zu nehmen
und sich dementsprechend von einer zweiten Person helfen zu lassen.
Ideal wäre es, von dem fühlbaren Nackenwirbel aus gerade runter
zu messen.
Und bitte, nicht vergessen, daß man sich in dem Kleid bewegen
will. So ca. 10% Bequemlichkeitszugabe ist sinnvoll. Auch sollte die
Taille nicht zu eng gemacht werden, wenn man nicht eine Schnürung
oder einen Reißverschluß in der hinteren Naht unterbringen
will.
Grundsätzlich ist es sinnvoll, sich den Schnitt erst auf Papier
aufzumalen. Dann kann man ihn auf dem Stoff am besten arrangieren. Dabei
unbedingt das Vorderteil an der gefalteten Kante anlegen, sonst hat
man später in der vorderen Mitte eine Naht.
Das Schema rechts geht aus von 150cm Kleidlänge, 100cm Oberweite,
80cm Taille und 45cm Rückenlänge. Da die eigenen Maße
davon vermutlich abweichen werden: ausdrucken, Maßstab ausrechnen,
umzeichnen auf eigene Maße und dann vergrößern.
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(grün eingezeichnete Flächen sind der nicht gebrauchte
stoff) |
Nähen:
Je nach verwendeten Stoffen und Verfügbarkeit einer Nähmaschine
kann man jetzt die Stücke gegen ausfransen versäubern. Dazu
nimmt man jedes Stoffstück und stellt an der Nähmaschine einen
großen Zick-Zackstich ein. Damit an den Kanten entlangnähen
und dabei den Stoff immer nur halb unter dem Füßchen der
Nähmaschine halten (sieht
etwa so aus)
Als ersten Schritt näht man die zwei Rückenteile zusammen.
Wenn man später einen Reißverschluß oder eine Schnürung
einbauen möchte, dann sollte man die hintere Naht nur vom Saum
bis etwa 8cm unterhalb der Taille schließen. Anschließend
näht man Vorder- und Rückenteil nun an den Schultern zusammen.
Dabei den Halausschnitt natürlich aussparen und darauf achten,
daß die spätere Außenseite innen liegt.
Als nächstes schlägt man den Stoff am Halausschnitt schmal
nach innen um und näht das fest. Wenn man möchte, kann man
hier auch noch eine Borte mit aufnähen.
Dann näht man bei den Ärmeln die langen Seiten zusammen.
Dabei darauf achten, daß die spätere Außenseite innen
liegt. Das ganze dann wenden Anschließend schlägt man an
der schmaleren Öffnung (also für das Handgelenk)den Stoff
auch schmal nach innen um und näht das fest. Auch hier kann man
natürlich Borte aufsetzen.
Die Ärmel einsetzen ist das einzige komplizierte an der ganzen
Sache. Man nimmt einen Ärmel und schiebt ihn in das Ärmelloch
des Kleides. Der Ärmel ist jetzt zwischen Vorder- und Rückenteil
des Kleides. (also
etwa so). Jetzt steckt man Ärmel und Kleid am Ärmelloch
des Kleides aneinander fest. Dabei sollten die Ärmelnaht und
die Seitennaht des Kleides exakt aufeinander treffen. An dieser
Naht fängt man mit dem festnähen an. Dabei darauf aufpassen,
daß man das Kleid wirklich nur am Ärmelloch erwischt.
Wenn man eine Schnürung in der hinteren Mitte einsetzen möchte,
dann schlägt man jetzt auch hier die Nahtzugabe schmal ein und
näht sie fest. Dann nur noch Ösen in gleichem Abstand verteilen
und ein Band durchziehen. Man kann natürlich noch einen Streifen
Stoff innen an einer Seite festnähen (bitte nicht zwischen Ösen
und Stoffkante), dann hat man eine hinterlegte Schnürung.
Ein Reißverschluß ist etwas schwieriger einzusetzen. Am
besten läßt man sich das beim ersten Mal von jemandem zeigen,
der weiß, wie es geht.
Im Idealfall muß man das ganze jetzt nach entfernen der Stecknadeln
nur noch auf rechts drehen und fertig ist das Kleid. Mit einem Gürtel
um die Taille hat man dann schon einmal ein grundlegendes Kleidungsstück.
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| Wenn man zwei Kleider dieser Art übereinander zieht,
dabei die Ausschnitttiefe variiert und eventuell in das obere Kleid noch
Keile für mehr Weite einsetzt, entsteht eine komplette Gewandung
für Märkte etc. |
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Anfertigung?
Natürlich kann man sich ein Gewand in dieser Form auch von
mir nähen lassen. Meine Preise dafür sind die folgenden (je
Kleid):
| Material: |
Preis |
Baumwolle |
120€ |
Viscose |
120€ |
Leinen |
140€ |
Wolle |
140€ |
Samt |
190€ |
Seide |
190€ |
Borte |
ab 5€ |
zusätzliche Keile kosten extra
Bestellen
Eltern
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