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Tunika

Eine schlichte Tunika ist ein schnell zu nähendes Kleidungsstück, das auch Anfänger sehr gut bewältigen können. Der Nachteil ist allerdings, daß sie nicht so gut sitzt. Dafür kommt man gut ohne Nähmaschine aus, weil nur wenige Nähte zu machen sind.

Historisch
Der hier gezeigte Schnitt ist meines Wissens nach für die historische Darstellung geeignet. Bitte dabei aber im Kopf behalten, daß die heutigen Stoffe breiter sind als die im Mittelalter verwendeten.

Material:
An Material sollte man sich für eine historisch korrekte Fassung an Wollstoffe oder Leinenstoffe halten. Baumwolle, Samt oder alles an Kunstfasern ist hier eher fehl am Platz. Farbtechnisch kann man sich je nach Stand relativ austoben. Ok ist alles, was mittels Pflanzenfarben erreichbar ist.
Wenn es nicht historisch korrekt sein soll, dann ist natürlich auch die Materialwahl nicht eingeschränkt.

Materialverbrauch:
Ja nachdem, wie lang die Tunika sein soll, braucht man entsprechend Material. Den Verbrauch kann man am besten folgendermaßen berechnen:
Länge der späteren Tunika+ 5cm + ca. 50cm für die Ärmel
Authentisch ist eine Länge bis knapp übers Knie.

Zuschneiden:
Zum zuschneiden braucht man zunächst die folgenden Maße:
Spätere Länge der Tunika
Brustumfang
Schulterbreite
Bauchumfang
Oberarmumfang
Ärmellänge

Wenn man die Tunika über irgendwelche Kleidung tragen will, dann unbedingt über dieser Kleidung messen. Die Tunika sollte eher ein gutes Stück weiter zugeschnitten werden, da sie ja wie ein Pulli einfach über den Kopf gezogen wird. Und man möchte sich ja auch noch darin bewegen können.Wenn man die Tunika mit einem Gürtel tragen will, sollte man in der Länge nochmal ein paar cm zugeben.

Am besten macht man sich als nächstes einen Schnitt auf Papier. Dazu eignet sich Packpapier, alte Zeitungen (evtl. zusammenkleben) etc. Hier zeichnet man sich zwei Rechtecke, eines für die Ärmel und eins für den Körper. Das Rechteck für die Ärmel hat als Länge die spätere Ärmellänge +3cm Nahtzugabe und als Breite den Oberarmumfang + mind. 13cm. Das Rechteck für den Körper hat als Länge die spätere Länge der Tunika +3cm Nahtzugabe. Für die Breite nimmt man entweder die Schulterbreite, den halben Brustumfang oder den halben Bauchumfang, je nachdem, was am meisten ist. Auch hier gibt man wieder mind. 13cm dazu. Diese beiden Rechtecke ausschneiden. Dann das Schnitteil für den Körper der Länge nach falten und an einer der schmalen Kanten ein Loch für den Kopf schneiden. Dafür sollte man den Kopfumfang an der breitesten Stelle messen, damit man später auch das ganze über den Kopf bekommt. Jetzt kann man entweder schätzen oder aber einen Taschenrechner bemühen und den Umfang durch 6 teilen. (Kopfrechnen ist natürlich auch erlaubt). Das Ergebnis im Zweifel aufrunden. Damit hat man die Breite für den Halsausschnitt und auch die ungefähre Tiefe.

Wenn man seine zwei Schnitteile hat, verteilt man diese auf dem Stoff und steckt sie fest. Dann den Stoff entsprechend zuschneiden. Wenn alles gut gelaufen ist, hat man jetzt 2 Ärmelteile und 2 Teile für den Körper aus Stoff.



(grün eingezeichnet ist der übrig bleibende Stoff)

Nähen:
Je nach verwendeten Stoffen und Verfügbarkeit einer Nähmaschine kann man jetzt die Stücke gegen ausfransen versäubern. Dazu nimmt man jedes Stoffstück und stellt an der Nähmaschine einen großen Zick-Zackstich ein. Damit an den Kanten entlangnähen und dabei den Stoff immer nur halb unter dem Füßchen der Nähmaschine halten (sieht etwa so aus)

Grundsätzlich beim Nähen darauf achten, daß die spätere Außenseite innen liegt, sonst sind die Nähte nachher außen sichtbar. Für die Nähte sind 1,5cm Nahtzugabe eingeplant, das heißt, im Normalfall näht ihr 1,5cm von der Außenkante des Stoffes entfernt.

Als ersten Schritt näht man Vorder- und Rückenteil nun an den Schultern zusammen. (im Bild die grüne Linie) Dabei den Halausschnitt natürlich aussparen.

Als nächstes schlägt man den Stoff am Halausschnitt schmal nach innen um und näht das fest. Wenn man möchte, kann man hier auch noch eine Borte mit aufnähen.

Jetzt werden die Ärmel an die Tunika genäht. Dabei darauf achten, daß die Ärmel auf beiden Seiten jeweils wirklich mittig sitzen. (im Bild die blaue Linie)

 

 

Jetzt faltet man die Tunika entlang der Schulternaht zusammen. Jetzt noch Ärmel und Körperteil entlang der im Bild blauen Linie zusammennähen.

Als letztes wird noch an den Enden der Ärmel und an der Unterkante der Stoff wieder schmal nach innen umgeschlagen und festgenäht. Auch hier kann man natürlich wieder eine Borte mit aufnähen.

Im Idealfall muß man das ganze jetzt nach entfernen der Stecknadeln nur noch auf rechts drehen und fertig ist die Tunika. Mit einem Gürtel um die Taille hat man dann schon einmal ein grundlgendes Kleidungsstück.

Anfertigung?
Natürlich kann man sich eine Tunika in dieser Form auch von mir nähen lassen. Meine Preise dafür sind die folgenden:

Material:
Preis
Baumwolle

50€

Viscose
50€
Leinen
65€
Fleece

55€

Wolle (dünn)

75€

Samt
85€
Seide
90€
Borte
ab 5€

Bestellen

Die Tunika kann natürlich auch boden- bzw. Knöchellang gestaltet werden.

 

 


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